Am 6. Dezember 2025 ist das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) in Kraft getreten — über ein Jahr nach der eigentlich EU-weit verbindlichen Frist. Seitdem gilt: Unternehmen in 18 Sektoren sind verpflichtet, Mindeststandards für Cybersicherheit einzuhalten, Vorfälle innerhalb von 24 Stunden zu melden und sich beim BSI zu registrieren.
Die gesetzliche Registrierungsfrist endete am 6. März 2026. Weil sich bis dahin nur ein Teil der Betroffenen gemeldet hatte, setzte das BSI eine Nachfrist bis 31. Juli 2026. Bis dahin hatten sich laut Bericht der ZfK (August 2026) mehr als 19.000 Einrichtungen registriert; das BSI behält sich bußgeldbewehrte Schritte vor. Die technischen und organisatorischen Pflichten gelten seit Inkrafttreten — wer sie verletzt, riskiert Bußgelder bis 10 Mio € und die persönliche Haftung der Geschäftsleitung.
Warum NIS2 den Mittelstand trifft
Die ursprüngliche NIS-Richtlinie von 2016 regelte nur „Betreiber kritischer Infrastrukturen“ — im Wesentlichen Energieversorger, Banken und Krankenhäuser. NIS2 erweitert den Anwendungsbereich massiv: Betroffen ist grundsätzlich jedes Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern oder mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz und Bilanzsumme, das in einem der 18 Sektoren tätig ist (§ 28 BSIG). Einige Anbieter, etwa DNS-Dienste oder qualifizierte Vertrauensdienste, sind unabhängig von der Größe erfasst.
Das klingt zunächst eng — umfasst aber Maschinenbauer, Lebensmittelproduzenten, Chemieunternehmen, IT-Dienstleister, Logistiker und viele mehr. Selbst wer nicht direkt betroffen ist, wird es über die Lieferkette: NIS2-pflichtige Unternehmen müssen die Sicherheit ihrer Zulieferer und Dienstleister bewerten. Wer diesen Nachweis nicht erbringen kann, riskiert Aufträge.